Dipl.-Wirt.-Inf. Oliver Tacke schrieb uns folgendes:
Liebes Team der Bildungswen.de,
da ich kein Pädagoge bin, kann ich nur mit meine Laien-Meinung dienen. Das mache ich aber sehr gerne.
Dort wo eine anregende Umgebung vorliegt, wird auch viel gelernt - und dafür müssen passende Rahmenbedingungen geschaffen werden, keine Frage. Aber was benötigt man dazu? Wenn man sich das Projekt "Hole in the wall" von Professor Sugata Mitra ansieht (http://www.hole-in-the-wall.com), stellt man fest: Gar nicht so viel. Schon mit einfachsten Mitteln kann Erstaunliches erreicht werden; Kinder lernen freiwillig und selbständig, getrieben von der eigenen Neugier. Diese Aussage sollte man jedoch nicht missverstehen als Plädoyer für weniger finanzielle Investitionen. An der richtigen Stelle eingesetzt, können sie sicher lernförderlich sein. Aber halt, wir sind beim Thema Bildung. Und Bildung macht mehr aus als Lernen und Wissen, nämlich die Formung des Menschen. Bei all den Diskussionen um mehrgliedriges Schulsystem ja oder nein, um höheres BAföG oder um die Struktur von Studiengängen kommt mir daher häufig etwas zu kurz; nämlich das, was zwischen den Menschen geschieht. Jeder hat seine ganz unterschiedlichen Bedürfnisse, Wünsche, Stärken und Schwächen. Niemand kann alles, aber es gibt auch niemanden, der nichts kann. Jeder kann von jedem lernen. Für mich ist daher die gegenseitige Wertschätzung, die Beziehung zwischen Lernenden und Lehrenden besonders wichtig - und hier hat Geld keinen Einfluss. Letztlich erlangt man Bildung nicht allein in der Schule oder der Universität, sondern im Leben.
Herzliche Grüße
Oliver Tacke


