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Reaktion von Dr. Gregor Gysi

Die Liste der Empfänger kann hier eingesehen werden.

Folgende Reaktionen haben wir auf unser Anschreiben von Menschen des öffentlichen Lebens erhalten:

  1. Prof. Dr. Martin Fix

  2. Werner Geiss

  3. GEW – Hauptvorstand

  4. Dr. Gregor Gysi

  5. Hartmut von Hentig

  6. IG Metall

  7. Prof. Dr. Rolf Kreibich

  8. Cem Özdemir

  9. Prof. Dr. Gesine Schwan

  10. Oliver Tacke

  11. Wise Guys

 

Dr. Gregor Gysi schrieb uns folgendes:

 

Das Bildungssystem in Deutschland befindet sich in einem beklagenswerten Zustand. Bund und Länder verwehren vielen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gute Bildung. 76.000 Jugendliche verlassen jedes Jahr die Schule ohne Abschluss. Nur jedes 8. Kind unter drei Jahren hat einen Krippenplatz. Fast 400.000 Jugendliche warten auf einen Ausbildungsplatz. Studiengebühren schrecken junge Leute ab, zu studieren. Lehrerinnen und Lehrer können die Kinder nicht angemessen fördern, weil die Klassen zu groß sind.
Keines der alten 15 EU-Länder gibt weniger Geld pro Grundschülerin und Grundschüler aus. Deutschland ist außerdem Spitze bei der sozialen Auslese in der Bildung. Die Bildungschancen sind abhängig von der sozialen Herkunft der Kinder und Jugendlichen.
Das Recht auf Bildung für Kinder mit Migrationshintergrund oder mit Behinderung wird in Deutschland systematisch verletzt. Bildung ist bei uns mit mindestens 30 Mrd. Euro im Jahr chronisch unterfinanziert. Unser Bildungssystem stammt deshalb aus dem 19. Jahrhundert weil mit der Föderalismusreform die alleinige Zuständigkeit der 16 Bundesländer und damit 16 verschiedene Schulsysteme zementiert wurden.
DIE LINKE tritt für das Recht auf gebührenfreie und gute Bildung für alle Kinder und Jugendlichen ein – unabhängig vom Geldbeutel und vom Bildungsstand der Eltern. Bildung ist keine Ware, sondern ein Menschenrecht. Jede und jeder muss sich umfassend bilden, individuell entwickeln und an der Gesellschaft teilhaben können. Um die Bildungsmisere zu beheben, muss das Bildungssystem in Deutschland grundlegend reformiert werden.

Daher fordern wir für jedes Kind einen Rechtsanspruch auf gebührenfreie, ganztägige und hochwertige Kinderbetreuung. Die öffentlichen Kindertageseinrichtungen müssen ausgebaut, besser ausgestattet und mehr Erzieherinnen und Erzieher eingestellt werden. Alle Schülerinnen und Schüler sollen gemeinsam auf durchaus unterschiedlich spezialisierten Gemeinschaftsschulen länger lernen, statt sie in verschiedene Schulformen auszusortieren und damit soziale Unterschiede zu verstärken. Mit kleineren Klassen, Ganztagsschulen, sozialpädagogischer Unterstützung an jeder Schule und mehr Lehrerinnen und Lehrer entstehen die Voraussetzungen, um die Fähigkeiten und Stärken jedes einzelnen Kindes und Jugendlichen zu fördern.

Wir setzen uns für ein bundesweites Verbot von Studiengebühren, für mehr Studienplätze und ein deutlich höheres BAföG ein, damit sich alle ein Studium leisten können. Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung müssen studieren dürfen. Mit einem Erwachsenenbildungsgesetz soll die berufliche und allgemeine Weiterbildung für alle, insbesondere weniger Qualifizierte, gefördert werden. Wir fordern, dass Bund und Länder gemeinsam einen nationalen Bildungspakt auflegen und die öffentlichen Bildungsausgaben auf mindestens sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöhen.

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